Mannschaftskampf der 6. Runde der Landesliga Südbayern - Bericht des Beobachters

Sonntag, der fünfte Februar Zweitausendundelf nach Christi: Die Welt blickt nach München!

 Würde es den kollegialen Kameraden um Kindermann & Co. gelingen, die tapferen Teutonen von Tarrasch im edlen Wettstreite zu bezwingen? Wie der stets gut informierte Leser weiß, würde ein Sieg in diesem Heimspiel die Tür zur Oberliga Bayern für den MSA ZZ weit, weit aufstoßen.

Zunächst jedoch muss der Chronist einen bitteren Punktverlust an Brett 8 miterleben: Felix findet nicht in die Partie, verbraucht viel Zeit, so steht es nach ca. 3 Stunden 0 - 1.

 Den Ausgleich organisiert Stefan Kindermann in überlegener Manier gegen IM Dirk Hennig, der auch in der anschließenden Analyse aus dem Kopfschütteln nicht herauskommt: Er war von A - Z überspielt worden.

 Es war dies ein wichtiger Sieg für uns: Ulrich Dirr war in eine tödliche Fesselung geraten, Bernhard Gerstner steht unter Druck, Mauro desgleichen und Roman hat eine unklare Stellung auf dem Brett.

 Uli unterliegt tatsächlich - doch an Brett 5 verliert Marco Otte von Tarrasch in unübersichtlicher Lage eine Figur und gibt bald danach auf. Sauber gefightet, Bernhard!

 Es steht 2 - 2. Jetzt kann sich auch Mauro befreien und hat plötzlich einen gefährlichen Mehrbauern im Endspiel.

 Und Daniel auf Platte 4? Er verbraucht viel Zeit, sein Gegenüber FM Juptner desgleichen. Um den 30. Zug unterschreiten beide die Fünf-Minuten-Marke, ein Brettschiedsrichter wird eingesetzt. Daniel verdoppelt seine Türme auf der a-Linie. Es kommt zur Abfolge: Schwarz neutralisiert den Druck auf der 7. Reihe mit Td8-d7, Daniel zieht mit Weiß Ta7-a8, Schwarz Td7-d8, Weiß Ta8-a7, Td8-d7, Ta8-a7, Td7-d8, Ta8-a7 und nun könnte Schwarz Td7 notieren und Remis nach „Dreimal-gleiche-Stellung“ reklamieren. Brettschiedsrichter Martin Lerch steht direkt daneben. Doch was tut Juptner? Er lässt seine Uhr im 32. Zug von 2 Minuten 17 auf schlappe 13 Sekunden ablaufen (Daniel hat noch etwas über vier Minuten), weicht dann dem Remis aus und überschreitet drei Züge später die Zeit. IT’S UNBELIEVABLE!

 Jetzt konnte ja nichts mehr schief gehen: Gerald Hertnecks Gegner Christoph Singer (der Münchner Einzelmeister!) hatte eine scharfe Variante aufs Brett gezaubert - jedoch „glaubten“ beide Spieler an die Überlebensfähigkeit der weißen Stellung. Und niemand merkt, wie nahe Gerald am Abgrund wandelte … Im Endspiel hat Weiß dann eine Mehrfigur für anfangs drei, dann zwei Bauern, selbst jedoch bald nur noch einen - der Weg zum Sieg ist äußerst schmal: Aber Gerald lässt nichts anbrennen und steht jetzt bei stolzen 4,5 / 5 + einem kampflosen Sieg.

Dann gewinnt Mauro sein Endspiel - aber der Wettkampf war damit zwar gewonnen, jedoch noch längst nicht zu Ende: Roman erobert einen Bauern, Schelle tauscht Bauern, gibt eine Figur, lässt sich auf ein Endspiel K + T gegen K +T + L ein und wird nach fünf Stunden und neunundfünfzigeinhalb Minuten matt gesetzt. 

Ein Tag, der die alte Weisheit: „Das Glück des Tüchtigen!“ treffend bestätigt.

   
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