Es stand noch der Saison-Abschlussbericht des Mannschaftsführers der "Ersten" aus, den ich hiermit nachreiche:
Wer hätte noch vor wenigen Jahren gedacht, dass die erste Mannschaft eines kleinen Vereins wie Zugzwang bis in die 2. Bundesliga (Ost) aufsteigen würde, und damit im exklusiven Kreis der 50 stärksten Mannschaften in ganz Deutschland landen würde? Doch wie wurde dies überhaupt möglich? Genau besehen ruht unser Erfolg auf vier Säulen:

An erster Stelle zu nennen: die Kooperation mit der Schachakademie und damit verbunden das Engagement von unserem Mannschaftssponsor Roman Krulich, der dem Verein das Problem der gestiegenen Kosten abnimmt. An zweiter Stelle sehe ich als maßgeblichen Faktor den Rückzug vom TV Tegernsee aus der 1. Bundesliga vor einigen Jahren, und die damit verbundene Auflösung der 1. Mannschaft des TV Tegernsee (u.a. mit den beiden Großmeistern Kindermann und Hertneck) - nur so konnte sich Zugzwang in der Spitze entscheidend verstärken.

An dritter Stelle möchte ich den guten Mannschaftszusammenhalt und die stabile Unterstützung durch den Vorstand und die Mitglieder anführen - bei uns gab es zum Beispiel nie Diskussionen über eine Entfremdung der 1. Mannschaft vom Restverein, wie das in manch anderen Spitzenvereinen der Fall ist. Und last but not least war auch eine Prise Glück dabei - denn wenn wir vor einem Jahr nicht fast zeitgleich Anfragen von drei so starken Spielern wie Markus, Erasmus und Falk bekommen hätten, die wir glücklicherweise alle angenommen haben, stünden wir jetzt ganz anders da! Es gibt eben Zeiten im Verein, wo lange Jahre alles stabil bleibt, und wieder andere Zeiten, in denen sich viel bewegt - in dieser Phase sind wir gerade jetzt.

Es sind also alle Voraussetzungen gegeben, um den Aufstieg in die 2. Bundesliga auch effektiv wahrzunehmen - und genau dies haben wir bereits mit der Mannschaftsmeldung an den Spielleiter Kohlstädt getan. Ganz aktuell haben wir übrigens vernommen, dass Erfurt sein Aufstiegsrecht in die 1. Bundesliga nicht wahrnimmt, und weiterhin in der zweiten Liga spielt. Wir können uns also jetzt schon innerlich auf Reisen nach Erfurt, Leipzig oder Aue einstellen, sofern es sie nicht durch die Auslosung nach München verschlägt. Genau diese Aussicht hat mich ehrlich gesagt lange Zeit etwas abgeschreckt, denn wegen einem Match mit 8 Mann am Samstag ein paar 100 Kilometer gen Norden zu fahren, dort zu übernachten, und nach getaner Leistung (und im schlimmsten Fall mit null Mannschaftspunkten im Gepäck) wieder zurückzusausen, mag zwar ein gutes Konjunkturförderprogramm sein, sportlich gesehen erscheint es aber nicht besonders sinnvoll! Aber so ist eben die Logik des Deutschen Schachbunds... nun ja unser Ostabenteuer steht uns also bevor, und wir werden in 1 Jahr Bilanz ziehen, und berichten, wie es uns erging.

Betrachtet man nun die Einzelergebniss der zurückliegenden Saison. stellt man auf einen Blick fest, dass die meisten Stammspieler zwischen 50 und 60 Prozent der Punkte erzielt haben. Deutlich hob sich Erasmus mit fast 80 Prozent ab, und er erzielte auch die beste Performance. Auch Markus Lammers wird über seine 67 Prozent nicht ganz unglücklich sein, auch wenn ihm der "Betriebsunfall" gegen Hiermann sicher noch in bleibender Erinnerung ist. Und nicht zuletzt muss ich noch die Leistung von Martin Motl hervorheben, der als Ersatzspieler 100 Prozent erzielte, und damit entscheidend zum Mannschaftserfolg beitrug!

1

Hertneck, Gerald

2485

½

½

½

1

0

+

1

3.5

7

50 %

2

Kindermann, Stefan

2475

0

½

1

½

1

½

½

4.0

7

57 %

3

Lammers, Markus

2339

1

1

0

1

0

1

4.0

6

67 %

4

Gerigk, Erasmus

2356

0

1

1

1

1

1

½

5.5

7

79 %

5

Hoffmeyer, Falk

2260

1

1

1

½

0

½

½

0

½

5.0

9

56 %

6

Krklec, Daniel

2249

½

0

1

1

1

0

½

4.0

7

57 %

7

Dirr, Ulrich

2203

½

1

0

1

1

½

0

0

4.0

8

50 %

8

Gerstner, Bernhard

2099

½

½

1

½

0

1

½

4.0

7

57 %

9

Motl, Martin

2269

1

1

1

3.0

3

100 %

10

Boric, Elena

2302

1

½

1.5

2

75 %


An dieser Stelle möchte ich mich auch bei den Ersatzspielern Mauro, Felix, Dijana, Stefan und Alex bedanken, die mit ein paar wenigen Partien zum Einsatz kamen, aber in der Not immer zur Stelle waren!

In der nächsten Saison werden sich in der kleinere Verschiebungen im Mannschaftsgefüge ergeben, auf die ich zu gegebener Zeit noch gesondert eingehe. Hier möchte ich noch darauf hinweisen, dass in der ganzen Saison aus Zugzwang Perspektive nur ein einziges Brett unbesetzt bleib, und zwar im Kampf gegen Weilheim (an diesem Tag gewann ich kampflos). Leider kam mir zu Ohren, dass dies in anderen Ligen anders gehandhabt wird, und dass zuletzt in der Münchener Mannschaftsmeisterschaft ein regelrechter Wettbewerb eingesetzt hat, möglichst viele Bretter unbesetzt zu lassen - eine Einstellung die ich offen gestanden nicht ganz nachvollziehen kann!

   
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