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Liebe Schachfreunde,

leider verlief der Bundesligaauftakt in München nicht nach Maß für den MSA Zugzwang. Am Samstag rechneten wir uns Chancen gegen den Aufsteiger aus der Südliga, die SG Speyer-Schwegenheim aus, doch es saßen wohl zu viele junge Ungarn an den gegnerischen Brettern, die gute Kampfkraft bewiesen. Doch der Reihe nach:

Am Spitzenbrett trug sich in der Partie Neiksans-Bromberger folgendes Malheur zu:

Schwarz am Zug griff zu 27...Ta8 (richtig war 27...Ta6), und die weitere Fortsetzung überlasse ich der Phantasie des Lesers...

Am zweiten Brett ergab sich in der Partie Kindermann-Kantans ein sehr interessanter Moment:

Schwarz am Zug griff zum plausiblen 38...Le4, musste aber feststellen, dass sein Vorteil sich nach dem simplen 39.Ke2 in Luft auflöste. Stattdessen hätte 38...Tb2! 39.Kf3 f5 bzw. 39.Ke1 c1D6+ den Sieg sichergestellt. Hier der Rest dieses spannenden Endspiels: 39...b4 40.Sxc2 Tb2 41.Kd1 Lxd5 42.Kc1 Tb3 43.Tb6 Le4 44.Sxb4 f5 45.Tb8 Kg6 46.Sa6 Ta3 47.Tb6+ Kh5 48.Kb2 Te3 49.Sc5 Te2+ 50.Kc3 Txh2 51.Sxe4 fxe4 52.Kd4 Kg4 53.Kxe4 Te2+ 54.Kd5 Kxg3 55.f5 h5 56.Tg6+ Kf4 57.f6 h4 58.f7 Te5+ 59.Kd6 Tf5 60.Ke7 Txf7+ 61.Kxf7 h3 62.Th6 Kg3 63.Kf6 h2 64.Kf5 Kg2 65.Kf4 h1D 66.Txh1 Kxh1 67.Ke4 ½–½

Léon Mons gelang am dritten Brett mit Schwarz der Ausgleich in einer unspektakulären Partie, sodass die Reihe auf den Berichterstatter an Brett 4 übergeht:

Hertneck – Nemeth, Stellung nach dem 19. Zug von Schwarz. Offensichtlich steht Weiß total überlegen, er hat aktives Spiel, Entwicklungsvorsprung und der Bauer d5 steht unter Beschuss. Doch wie konkret vorgehen? Das ist oft die entscheidende Frage im Schach! Zu 20.Lxd5 Sxd5 21.Txd5 Dc8 fehlte mir die Risikobereitschaft, auch wenn Houdini gerade diese Fortsetzung empfiehlt. Ich rechnete stattdessen lange an dem scheinbar tödlichen 20.Txd5 Sxd5 21.Lxd5 Sxe5 22.Lxb7 Sd3 23.Td1 und war mir sicher, dass Weiß hier besser oder gar auf Gewinn steht. Fast hätte ich so fortgesetzt, bis ich schließlich die Verteidigung 21...De7! fand. Nun kann der Springer auf e5 nicht abziehen, weil der Turm auf e1 hängt. Die Stellung wird plötzlich unklar. Ich beschloss also, kleinere Brötchen zu backen. 20.Sxc6 Lxc6 21.Le5 Te8 Und wieder stand ich vor der Wahl: nach 22.Lxf6 Dxf6 23.Lxd5 Lxd5 24.Dxd5 Dxb2 hat Weiß nicht viel aus der Stellung geholt, also verzichtete ich auch auf diese Fortsetzung, und stand nach dem positionellen 22.Ld4 nur noch leicht besser. Der Rest der Partie verlief übrigens unspektakulär.

Leider ging an Brett 5 bei Christian Schramm ein Endspiel mit Minusbauer verloren, sodass wir an den hinteren Brettern auf volle Punkte setzen mussten.

Am sechsten Brett ging es bei Zysk-Shytaj ganz wild zu:

Schwarz am Zug.  Wer um alles in der Welt steht hier besser, fragte ich mich. Robert beantwortete diese Frage auf seine Weise: in einem wilden Zeitnotgemetzel behielt er am Ende die Oberhand, was mich sehr freute. Ich habe aber doch einen freundschaftlichen Tipp für unsere jungen Leute (Robert ist zweieinhalb Jahre jünger als ich) parat: der König wird in der Rochadestellung besser von seinen eigenen Bauern geschützt als von der Dame – bitte beim nächsten Mal beachten!

31...Tg3 32.Th4 Dg6 33.Th6 Dc2 34.b3 Dxa2 35.Th7+ Ka6 36.Dh5 T3g7 37.Db5+ Kb7 38.Dd5+ Ka6 39.Txg7 Txg7 40.Db5+ Kb7 41.Dd5+ Ka6 42.Db5+ Kb7 43.Dd5+ Ka6 44.Dd4 Th7+ 45.Kg1 Dxe2 46.Ta1+ Kb7 47.Dd5+ 1–0

Vielleicht wurde das Match am 6. Brett entschieden, in der unser kampfgestählter Erasmus Gerigk leider mit Schwarz gegen Csonka verlor.

23.Lxg6! Dem Mutigen gehört die Welt!  b4 24.Lxh7+ Kh8 25.De4 Lxf1 26.Txf1 Lf6 27.Lf5 Tf7 28.Dg4 Db5 29.Dh5+ Kg7 30.Te1 Lc3 31.Dg6+ Kf8 32.Dxd6+ Kg7 33.Dg6+ Kf8 34.Le6 1–0

 

Somit konnte auch unser hart umkämpfter Sieg am 8. Brett in Lammers-Flierl nicht mehr retten:

Hier ließ unser Zauberkünstler Markus folgende Kombi vom Stapel:

37.Sxh6+ gxh6 38.Dg4+ Kf7 39.Df5+ Df6 40.Dh7+ Ke8 41.Dxb7 Txe3 42.Db8+ Kf7 43.fxe3 Kombination gut gelaufen, aber steht Weiß auch wirklich besser? Wie dem auch sei – am Schluss gewann Weiß noch. 43....Da1+ 44.Kh2 Dxa2 45.Df4+ Kg7 46.De5+ Kf7 47.Df4+ Kg7 48.Dc7+ Kg6 49.Dd6+ Kg7 50.De7+ Kg6 51.De6+ Kg7 52.e4 Dc4 53.De5+ Kf7 54.exd5 Dc8 55.Df4+ Ke7 56.d6+ Kd7 57.Df5+ Kd8 58.Df8+ Kd7 59.Df5+ Kd8 60.Df7 Dc6 61.De7+ Kc8 62.Df8+ Kd7 63.De7+ Kc8 64.De6+ Dd7 65.Dxh6 a5 66.h4 a4 67.h5 Kb7 68.Df4 a3 69.Df3+ Kb8 70.Dxa3 Dg4 71.Dh3 1–0

 

Endstand 3,5 zu 4,5 – das hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt! Und dass wir am nächsten Tag gegen Baden-Baden (Bericht folgt) nicht allzu viele (halbe) Punkte holen würden – das war von vornherein klar. Und so zeigt die Tabelle einen für Zugzwang traurigen Stand, aber vielleicht läuft es in der nächsten Runde in Berlin besser!

(Bilder des Wettkampfs wurden schon  hier veröffentlicht)

http://statistik.godesbergersk.de/statistik.pl?liga=1617_bl&action=stat&id=0

Zum Abschluss noch mal herzlichen Dank an unseren Sponsor Roman Krulich, der es sich nicht nehmen ließ, beide Wettkämpfe live zu verfolgen, und so mit uns fieberte.

 

   
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