Bayerische Mannschaftsmeisterschaft ( BSB )


v Tabelle

Rg. Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 MPkt BPkt
1. Zugzwang 1   5 4 6 6 5 15-3 44.0
2. Tarr.München 2 3   6 5 4 5 13-5 42.0
3. Kriegshaber 1   5 3 4 5 5 13-5 41.0
4. Unterhaching 1   4 5 5 5 11-7 37.5
5. MünchenSüd-Ost 1 4 3   4 4 11-7 35.5
6. Siem.München 1 5 4 4   5 3 8-10 36.0
7. Türkheim 1 2 2 3 4 3   5 7-11 31.5
8. Sonthofen 1 2 3 4 3 5   5 4 6-12 31.0
9. Klosterlechfeld 1 4 3 3 3   3-15 32.5
10. Schwab.München 1 3 3 3 3 4   3-15 29.0

^ v Aufstellung

Hier die Einzelergebnisse unserer Spieler

Dirr, Ulrich 6.0/9
Krulich, Roman 5.0/9
Krklec, Daniel 7.0/9
Bonacci, Mauro, Dr. 3.5/8
Beck, Alexander 4.0/8
Callenberg, Ralf 3.5/9
Beckers, Thomas 6.0/9
Brychcy, Felix 7.0/9
Huber, Stefan 1.0/1
Garbotz, Julian 1.0/1


 


^ Abschlussbericht Regionalliga Saison 2007 / 2008 - 20.04.2010 - Ralf Callenberg

Zugzwang steigt in die Landesliga auf

Es ist vollbracht! Durch ein souveränes 6:2 gegen Türkheim beendet Zugzwang die Regionalliga Süd-West auf dem ersten Platz. In den vergangenen Tagen gab es kurze Diskussionen darüber, ob man den Türkheimern ein 4:4 anbieten sollte, da dies zum Aufstieg gereicht hätte. Da sich die Mannschaft nicht so recht dafür begeistern konnte, ließen wir es jedoch darauf ankommen. Natürlich gingen wir mit einem Kribbeln im Bauch heute Morgen an die Bretter - aber solche Kämpfe sind ja eigentlich das Salz in der Suppe. Für unsere Gäste ging es um nichts mehr - weder nach unten noch nach oben war es für sie interessant. Sie traten dann auch ersatzgeschwächt an - an Brett 8 z.B. kam ein Spieler mit einer DWZ von unter 1600 zum Einsatz. Und insgesamt wurde schon bald deutlich, dass an diesem Tag nichts mehr anbrennen sollte. Felix hatte eine Figur mehr. Romans Gegner wählte eine äußerst unorthodoxe Eröffnung mit Schwarz, die ihm Roman bald um die Ohren haute. So nahmen dann kurz hintereinander Mauro, Thomas, Alexander und Daniel die Remis-Angebote an, zumal wir an den übrigen Brettern auch nicht schlecht standen. Uli gewann dann überzeugend seine Partie, kurz darauf stellten auch die Gegner von Felix und Roman die Kampfhandlungen ein, so dass mit einem 5:2 die Sache bereits gelaufen war. Ich hatte nach der Eröffnung eine leicht bessere Stellung. Nachdem der Kampf entschieden war, hätte ich eine Variante gehabt, mit der jegliche Möglichkeiten für irgendeine Seite vom Brett gewesen wäre. Angesichts meiner bisherigen äußerst mageren Ausbeute wollte ich dann allerdings noch mal eine Partie gewinnen. Doch in diesem Jahr lief es einfach nicht und die Euphorie tat ihr übriges: ich verlor einen Bauern und kämpfte plötzlich nur noch ums Remis. Aber dann machte mein Gegner einen fürchterlichen Fehler und reichte mir bald darauf frustriert die Hand zur Aufgabe.

Das schöne Wetter nutzten wir aus, um vor dem Wirthaus in der Au inklusive einiger Schlachtenbummler, die vorbeigeschaut hatten, noch ein wenig zu feiern. Dass unser engster Verfolger Tarrasch gegen Unterhaching 4,5:3,5 gewonnen hatte, war dann schon nicht mehr von Bedeutung. Nachdem wir in der vergangenen Saison lange Zeit am Tabllenende festklebten, ehe wir in einem Endspurt den 8. Platz erreicht hatten und letztlich aufgrund eines glücklich verlaufenen Protests die Klasse gehalten hatten, war in diesem Jahr eigentlich nur geplant, sich von den Abstiegsrängen fernzuhalten. Doch nach einem furiosen Start in die Saison war recht bald klar, dass wir uns diesmal eher nach oben orientieren würden. Als wir dann im letzten Kampf vor dem Jahreswechsel Tarrasch schlagen konnten und uns an die Tabellenspitze setzten, waren es nicht nur einige wenige Optimisten, die nun offen über den Aufstieg redeten. Als wir im neuen Jahr dann den Landesliga-Absteiger Kriegshaber deutlich besiegten, war endgültig offensichtlich, dass wir nicht aus versehen an der Tabellenspitze standen. Doch dann verloren wir gegen Unterhaching, und gegen Schwabing Nord und Klosterlechfeld konnten wir nur mit viel Glück die Kämpfe gewinnen. Allerdings patzte Tarrasch zwischendurch gegen Kriegshaber, so dass wir letztlich mit zwei Mannschaftspunkten Vorsprung durchs Ziel laufen. Auch in den Brettpunkten liegen wir klar vor allen anderen Konkurrenten, so dass unterm Strich der Aufstieg verdient war. Im Herbst geht es dann also erstmals in der Vereinsgeschichte in der Landesliga los.


Hier folgend die damaligen Spielberichte (Reihefolge letzte Runde bis 1.Runde)

9.3.2008 - rc

Zugzwang verliert knapp - und hat doch Glück!

An diesem Sonntag empfingen wir Unterhaching. Rein von der regulären Aufstellung her gehörten sie zu den Aufstiegsfavoriten in dieser Saison. Doch sie konnten nicht immer in stärkster Besetzung antreten und es lief insgesamt nicht so gut für sie. Gegen uns waren sie natürlich dennoch hoch motiviert. Ihr nominelles erstes Brett sollte sogar zu diesem Kampf anreisen und somit zu einem seiner seltenen Einsätze kommen. Doch kurzfristig musste Niki Ahmann absagen, so dass es an Brett 1 wie im Vorjahr zum Duell Dirr-Dengler kam. Doch zunächst tat sich was an den mittleren Brettern: Alexander war nicht sehr gut aus der Eröffnung herausgekommen und bot Remis an - welches Bernhard Czap ablehnte. Daraufhin stellte Alexander eine Figur ein und wir lagen 0:1 zurück! Am Nachbarbrett hatte Mauro ein Remisangebot erhalten. Angesichts dessen, was er zu seiner Rechten sah, lehnte er dieses ab - und startete einen Opfer-Angriff, der dann allerdings nicht durchschlug. So stand es bald 0:2. Zum Glück ist in dieser Saison auf Thomas Verlass (bislang ohne Niederlage in dieser Saison!). Sein Gegner misshandelte als Weißer die Sizilianische Eröffnung, verlor zunächst einen Bauern und opferte dann ausichtslos eine Figur. Alsbald war auch hier Feierabend. Inzwischen hatte Felix' Gegner es mit einem weit vorgerückten Freibauern zu tun. Dieser erwies sich als entscheidend - und damit war der zwischenzeitliche Ausgleich hergestellt. Ich war zwar ohne große Vorteile aus der Eröffnung gekommen, stand aber durchaus akzeptabel. Doch irgendwie verschlechterte sich meine Position allmählich und ich begann, mich unwohl zu fühlen. Dies führte - wie sollte es anders sein - zu großem Zeitverbrauch. Als die Zeitkontrolle knapp geschafft war, hatte ich ein wohl verlorenes Springer-Endspiel auf dem Brett. Doch mein Gegner wickelte in ein Bauernendspiel ab - ohne vorher sorgfältig die Tempi zu zählen, und musste dann feststellen, dass mein König überraschend schnell dorthin wanderte, wo es ihm weh tat und er daher ins Remis einwilligen musste. Wie schon in der letzten Runde wurde dieses Remis mit einigem Erstaunen von meinen Mannschaftskollegen zur Kenntnis genommen... Es liefen noch drei Partien. Allerdings hatte Roman bereits seit einiger Zeit eine Figur weniger. Konnte einer der beiden anderen gewinnen? Daniel hatte als Schwarzer seine Figuren recht bedrohlich um den gegnerischen König versammelt, doch trotz Turmopfer ergab sich kein durchschlagender Angriff. Es entwickelte sich ein interessantes Endspiel, in dem Daniel zwar zunächst einen Bauern weniger aber dennoch einige interessante Gewinnideen hatte. Doch am Ende war es dann doch nur Remis. Hier kann man diese von Daniel analysierte Partie herunterladen. An Brett Eins musste sich Uli zunächst heftiger Angriffe erwehren. Dies schaffte er auch erfolgreich, spielte dann aber einige Züge nicht zielstrebig genug und kam erneut in Schwierigkeiten. Diese konnte er zwar letztlich auch meistern, doch zum Sieg reichte es auf keinen Fall mehr. Die Partie endete Remis. Roman kämpfte zwar noch verbissen weiter, aber sein routinierter Gegner, Hans-Peter Urankar, ließ nichts mehr anbrennen und sicherte damit den knappen aber keineswegs unverdienten Sieg für Unterhaching.

Nachdem sich in der bisherigen Saison im Zweifelsfalle die Waagschale immer zu unseren Gunsten gesenkt hatte, konnten wir uns im Grunde nicht beschweren, dass es diesmal nicht gereicht hatte. Dennoch war man natürlich doch etwas enttäuscht, als man sich in reduzierter Runde noch zusammensetzte. Nachdem sich auch Roman verabschiedet hatte, blieben noch Uli, Alexander und ich auf ein letztes Bier sitzen, als uns eine SMS von Roman erreichte. Daheim hatte er offenbar gleich auf der Homepage des Bayrischen Schachbundes nach den neusten Ergebnismeldungen geschaut. Seine Nachricht lautete in etwa: "Wer soviel Dusel hat, steigt am Ende sogar noch auf". Wir ahnten, was das bedeutete und ich steuerte mit meinem Handy die BSB-Seite an: Türkheim-Südost 4:4, Tarrasch II - Kreigshaber 3,5:4,5!! Es war unfassbar, Tarrasch war in Bestbesetzung angetreten und hatte gegen Kriegshaber (ebenfalls in Bestbesetzung) verloren! Zudem hatte auch Südost eine Punkt abgeben. Somit liegen wir derzeit trotz der Niederlage mit einem Punkt Vorsprung vor Südost und zwei Punkten vor Tarrasch II, Kriegshaber und Unterhaching. All diese Mannschaften haben durchaus noch die Möglichkeit, am Ende der Saison auf dem ersten Platz zu landen, wobei unsere Aussichten noch die besten sind. Das werden noch mal zwei absolut spannende Runden in der Regionalliga Südwest!


17.2.2008 - rc

Zugzwang gewinnt 5:3 gegen Schwabing Nord An diesem Sonntag traten wir bei Schwabing Nord, dem Vorletzten der Tabelle an. Doch das Niveau in der Regionalliga ist zu ausgeglichen, um sich dem Irrtum hinzugeben, dass es hier leichte Gegner gibt. Immerhin führten wir nach einer Stunde mit 1:0, da Romans Gegner nicht antrat. Doch es zeigte sich, dass der Rest keineswegs einfach von selber folgte. Daniel hatte aus der Eröffnung heraus zwei Bauern weniger, ohne dafür nennenswerte Kompensation zu haben. Sein Gegner ließ es zu, dass Daniel einen Bauern zurückgewinnen konnte. Da der andere Mehrbauer ein Doppelbauer war, kam es dann letztlich zu einer für uns glücklichen Punkteteilung. Mauro hatte recht früh die Dame für Turm und Läufer hergegeben und stand wohl auf Verlust. Alexander und Thomas hatten mit Weiß nichts aus der Eröffnung gemacht und mussten eher um den Ausgleich kämpfen. Nach einem eigenartigen weißen Damenzug im Najdorf konnte ich zwar die Eröffnungsprobleme lösen, doch ich investierte zu viel Zeit und verblieb in Zeitnot zwar mit einem Bauern mehr, doch ein gegnerischer Freibauer schien die Partie zu entscheiden. Felix gewann früh einen Bauern, doch er hatte Probleme, diesen Vorteil umzusetzen. Uli stand zu dem Zeitpunkt noch gut, doch insgesamt sah es eher bedenklich für uns aus.

Allmählich hellte sich dann das Bild wieder etwas auf. Alexander und Thomas spielten Remis, Felix konnte nach einigen Schwierigkeiten den Mehrbauern gewinnbringend umsetzen und Mauros Gegner hatte seine Stellung überreizt, so dass nun sogar Mauro auf Sieg spielen konnte! Allerdings war die Partie an Brett eins gekippt, Uli stand mittlerweile auf Verlust. Ich investierte erneut zu viel Zeit und kam nun auch in der Endphase der Partie in horrende Zeitnot. Allerdings war es mir gelungen, einen Bauern so weit nach vorne zu bringen, dass ich gleich nach meinem Gegner zur Dame umwandeln konnte. Nun hatte ich im Endspiel mit Damen und Läufer einen glatten Bauern mehr - aber kaum noch Zeit. Doch mein Gegner, Erik Uhlmann, machte keinerlei Anstalten, hier auf Zeit zu spielen und bot sogleich Remis an. Die meisten (Spieler und Zuschauer) hatten eigentlich nicht mehr damit gerechnet, dass hier noch ein halber Punkt drin war. So wurde dieses Remis von uns wie ein Sieg gefeiert. Da es nun 4:2 für uns stand, konnte Uli seine Partie nun ruhigen Gewissens aufgeben - übrigens im dritten Jahr seine erste Niederlage am ersten Brett von Zugzwang. Mauro spielte mit Turm und Läufer - und diversen vorgerückten Freibauern gegen eine hilflose Dame. Da es nicht mal mehr Racheschachs gab, gab Weiß kurz vor dem Matt auf und wir hatten den letztlich glücklichen Sieg erreicht.

Am gleichen Tag wurde der bisherige Zweite, der SK Südost, von Tarrasch mit 6,5:1,5 überrollt. Südost musste zwar auf seinen Jung-FM Julian Jorczik verzichten, der derzeit recht erfolgreich an der deutschen Einzelmeisterschaft teilnimmt, bot aber immerhin erstmals in dieser Saison zwei Großmeister auf. Gegen die auch an den hinteren Brettern äußerst stark aufgestellten Tarraschler reichte das aber nicht an diesem Tag. Kriegshaber kam in dieser Runde gegen Sonthofen nur zu einem 4:4, mit dem gleichen Ergebnis trennte sich Unterhaching von Siemens. So haben wir nun zwei Mannschaftspunkte Vorsprung auf Südost und Tarrasch, wobei letztere zudem einen Brettpunkt weniger als wir haben. Kriegshaber und Unterhaching haben noch mal zwei Punkte weniger und haben damit keine allzu guten Karten im Rennen um den ersten Platz. Kriegshaber und Unterhaching spielen noch gegen Tarrasch, Südost spielt gegen Kriegshaber und wir in der nächsten Runde gegen Unterhaching. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Wir haben zwar momentan die Pole-Position, doch bei einem Ausrutscher könnte uns Tarrasch sofort abfangen.

Am 9.3. spielen wir daheim gegen Unterhaching. Die können mit dem bisherigen Verlauf der Saison nicht unbedingt zufrieden sein, haben aber nichtsdestoweniger eine äußerst starke Mannschaft, die uns im vergangenen Jahr recht problemlos deutlich schlagen konnte. Da ist auf jeden Fall Spannung im Land Unter angesagt!


20.01.2008 - rc

Regionalliga Süd-West
Zugzwang siegt auch im neuen Jahr - 5,5 : 2,5 gegen Kriegshaber

Nach dem 5:3 gegen Tarrasch Ende letzten Jahres ging es nun mit einer weiteren Spitzenbegegnung weiter. Wir empfingen den Landesliga-Absteiger Kriegshaber aus Augsburg. Damit wurde dann auch das "Land Unter" als Regionalliga-Arena eingeweiht.

Am Samstag Nachmittag gab es zunächst einen kleinen Dämpfer: Alexander Beck meldete sich kranheitsbedingt ab. Glücklicherweise stand Stefan Huber kurzfristig als Ersatzmann bereit. Kriegshaber trat dem Anlass gemäß nahezu in Stammbesetzung an - sie hatten ebenfalls nur einen Ersatzmann dabei. Doch es zeigte sich recht bald, dass unsere Reservebank besser bestückt ist. Nach nicht mal 20 Zügen streckte Stefans Gegner (der knapp die Hälfte der Züge dazu benutzt hatte, seine Dame übers Feld zu schieben) die Waffen. Stefan hatte es als Weißer mit Skandinavisch zu tun. Er entschloss sich, recht früh das unorthodoxe b4 zu spielen. Das wird zwar von der Theorie als minderwertig eingeschätzt, doch dem Schwarzen gelang es nicht, in der praktischen Partie hierfür den Beweis zu erbringen. Auch an Brett Zwei kam Skandinavisch aufs Brett, auch hier wurde b4 gespielt, allerdings etwas später. Roman hatte durchaus gutes Spiel, aber alsbald war es schwierig, für ihn einen greifbaren Vorteil zu erkennen. Er ging auf Nummer sicher und einigte sich mit seinem Gegener auf Remis. Daniel spielte gegen einen sich passiv aufbauenden Weißen. Rasch konnte er einen starken Königsangriff inszenieren und nutzte die mangelhafte Entwicklung seines Gegners inklusiv Qualitätsoper sehenswert aus. Daniel hat nun 4,5 Punkte aus 5 Partien und ist damit unser Top-Scorer. Thomas kam sehr gut aus der Eröffnung raus, in der sein Gegner einen etwas fragwürdigen Aufbau im Damengambit gewählt hatte. Er stand sehr aussichtsreich, doch angesichts der Situation an den anderen Brettern, willigte Thomas ins Remis ein, was zu diesem Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest das 4:4 bedeutete. Mauro hatte seinen Gegner beständig am Königsflügel und im Zentrum beharkt. Das Druckspiel bescherte ihm am Ende ein Endspiel mit einem entfernten Freibauern. Dies wollte sich der Spieler von Kriegshaber nicht mehr zeigen lassen, und gab die Partie auf. Damit hatten wir in der Tat bereits 4 Brettpunkte gesichert. Ich hatte die Eröffnung schlecht gespielt und stand lange Zeit extrem gedrückt. Zudem hatte ich von Anfang an viel Zeit investiert. Als mein Gegner dann die Brechstange auspackte, ergab sich verwickeltes Spiel, allerdings war ich in beträchtlicher Zeitnot. Wie die Nachbetrachtung zeigte, hätte mein Gegner an einer Stelle forciert die Qualität und damit wohl die Partie gewinnen können, ließ dies jedoch aus, und ich konnte in ein Turmendspiel abwickeln, das ich nicht mehr verlieren konnte. Damit endete die Partie unentschieden und sicherte uns somit kurz vor der Zeitkontrolle den Sieg. Daraufhin gab Felix seine mittlerweile aussichtlose Partie auf. Er hatte nach der Eröffnung eine starke Stellung erreicht und war einen Bauern vorne. Doch in Zeitnot stellte er eine Figur ein. Somit lief nach vier Stunden nur noch die Partie an Brett Eins. Ulis Gegner hatte zuvor trotz Minusbauer angesichts der Situation an den übrigen Brettern ein Remisangebot ausgeschlagen gehabt. Allerdings stand er in der Tat sehr dominierend. Er versäumte es jedoch, bei etwas besserer Stellung den Bauern zurückzugewinnen. Uli konnte sich dann etwas konsolidieren und sogar einen weiteren Bauern erobern. Dennoch war die Stellung nicht einfach für ihn zu gewinnen. Doch sein Gegner spielte das Endspiel nicht mit der nötigen Genauigkeit, so dass Uli mit feinen Manövern seinen Freibauern gewinnbringend nach vorne schieben konnte. Damit war der 5,5:2,5 Endstand hergestellt.

Damit haben wir die Tabellenführung erfolgreich, ja sogar souverän verteidigt. Nach dem enorm schwierigen Auftakt der Vorsaison und dem eher glücklichen Klassenerhalt, ist dies schon ein beachtliches Kontrastprogramm. Inzwischen wird nicht mehr nur noch hinter vorgehaltener Hand das Wort "Aufstieg" in den Mund genommen. Allerdings ist den meisten klar, dass wir noch einige Brocken in den letzten vier Runden zu bewältigen haben. Und die Spitze liegt noch recht eng beieinander. Ein Fehltritt - und die schöne Tabellenführung ist wieder dahin.


10.12.2007 - rc

Zugzwang gewinnt 5-3 gegen Tarrasch - und ist Tabellenführer!

Zum Ende des Jahres traten wir bei Tarrasch an. Deren Zweitvertretung ist gegenüber dem Vorjahr deutlich verstärkt, nachdem einige Spieler der auseinandergefallenen Oberliga-Mannschaften von MSC 1836 und Pasing zu Tarrasch gewechselt waren. So spielt an Brett eins IM Dirk Hennig, der dann auch seine ersten drei Partien gewinnen konnte, während das erste Brett der Zweiten aus dem Vorjahr, FM Rudolf Buchner, nur noch an Brett 5 nominiert worden ist. Zudem stehen ihnen einige Ersatzleute zur Verfügung, deren DWZ sich zwischen 2000 und 2300 bewegen. So liegt denn auch die durchschittliche DWZ der gemeldeten 20 Spieler 80 Punkte über der von Südost, die immerhin zumindest auf dem Papier drei Großmeister und einen FM aufzubieten haben. Bislang konnte Tarrasch seine nominelle Überlegenheit aber nicht so ganz überzeugend umsetzen. Da es bei uns bislang recht gut lief, traten wir durchaus optimistisch an diesem Sonntag im Interims-Spiellokal von Tarrasch am Kolumbusplatz an.

Tarraschs Punkte-Lieferant am ersten Brett fehlte, dafür hatten sie mit Marco Otte (DWZ 2234) und Helge Uhlmann (DWZ 2123) zwei starke Erstzleute an den hinteren Brettern aufgefahren. Thomas ließ gegen Marco Otte jedoch nicht viel anbrennen und remisierte bald. Da diese Paarung die größte DWZ-Differenz aufwies, war das für uns psychologisch ein Vorteil. An Brett Drei ging Daniel gewohnt forsch den gegnerischen König an. Da sich Manfred Tescher (Neuzugang von Pasing) ungenau verteidigte, gewann Daniel entscheidend Bauernmaterial und brachte das Endspiel locker nach Hause. Danach remisierte Uli in einer verschachtelten Stellung, in der es schwierig war, einen Vorteil herauszuspielen. Die wildeste Partie des Tages hatte Roman. Er hatte in einem nervenzerfetzenden Zeitnotduell einen riesigen Angriff, übersah jedoch eine versteckte Verteidigungsressource (ein Turm konnte sich von der anderen Seite des Brettes in die Verteidiung einschalten). Danach stand er wohl auf Verlust, doch auch sein Gegner, Thoams Wyrwich - wie Dirk Hennig im Vorjahr noch in der Oberliga Mannschaft von Tarrasch aufgestellt, musste ebenfalls der Uhr Tribut zollen und gab die Gewinnstellung prompt wieder her. So ging denn auch dieser Punkt an uns. Felix bestätigte seine hervorragende Form der letzten Wochen und brachte wieder mal einen vollen Punkt nach Hause. Somit stand es bereits 4-1 für uns. Ein Blick nach links zeigte mir, dass Alexander zu diesem Zeitpunkt auf Gewinn stand und die Begegnung damit entschieden war. Alexanders Gegner hatte sich in einem scharfen Angriff probiert - aber Alexander ist mit so etwas nur schwerlich auszuhebeln, auch wenn Enrico Koch ein interessantes Bauernopfer brachte. Allerdings hatte Enrico auch nach der Abwehr des unmittelbaren Königsangriffs aufgrund aktiven Figurenspiels durchaus noch Kompensation für den Bauern. Doch in dem Moment, in dem er nach starkem Spiel den Bauern eigentlich zurückgewinnen konnte, verzichtete er aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen auf diesen Rückgewinn und so konnte Alexander in ein gewonnenes Endspiel einlenken. Damit war der Mannschaftssieg perfekt. Ich dagegen bestätigte meine schlechte Form der letzten Wochen. Zwar kam ich sehr gut aus der Eröffnung, zudem mit großem Zeitvorteil, da mein Gegner nicht so recht wusste, welchen Plan er ergreifen sollte. Doch danach verzettelte ich mich, ließ verschiedentlich starke Züge aus - obgleich ich sie durchaus gesehen hatte (ein eigenartiges Phänomen, das ich schon in mehreren Partien in dieser Saison hatte) und am Ende hatte ich so viel Zeit verbraucht, dass ich für zwei Züge komplett die Übericht verlor und praktisch kampflos zwei Bauern einbüßte. Auch bei Mauro lief es nicht so gut. Nach eigentlich recht guter Stellung gegen Veteran Rudi Buchner, mit dem er schon so manches Mal die Klinge gekreuzt hatte, hatte er eine Qualität weniger. Es entstand ein witziges Endspiel, in dem auf beiden Seiten zwei verbundene Freibauern zur Umwandlung marschierten. Doch Rudi spielte dies genau genug, und so war der Endstand von 5-3 hergestellt.

In dieser Runde trafen zudem die beiden Landesliga-Absteiger aufeinander. Während Siemens mit Null Punkten mit dem Rücken zur Wand stand, war Kriegshaber mit Null Verlustpunkten souveräner Tabellenführer. An diesem Tag trat Kriegshaber allerdings stark ersatzgeschwächt an, so dass die selber ebenfalls mit Ersatzleuten angetretenen Siemensianer etwas überraschend mit 5-3 gewannen. Das war nicht nur erfreulich für unsere Münchner Nachbarn, bei denen wir in der vorigen Runde unseren Heimkampf ausgetragen hatten und mit denen wir gemeinsam seit Jahren den Isar-Cup austragen, sondern machte uns außerdem zum Tabellenführer der Regionalliga-Südwest! Nicht mal die größten Optimisten (und davon haben wir durchaus den ein oder anderen in der Mannschaft) hätten wohl vorhergesagt, dass wir den Jahreswechsel auf Rang 1 verbringen würden. Die derzeitige Tabelle ist auf jeden Fall etwas, was man sich ausschneiden und eingerahmt an die Wand hängen kann:

Tabelle nach der 4.Runde - Herbstmeister

Am 20. Januar kommt es nun im "Land Unter" zum Spitzenduell mit Kriegshaber. Egal, wie dieser Kampf ausgeht, können wir natürlich mehr als zufrieden sein mit dem bisherigen Verlauf der Saison. Es bleibt zu hoffen, dass wir unseren guten Lauf beibehalten und uns weiter in der oberen Tabellenhälfte halten können. Die Aussicht dort ist doch deutlich angenehmer als vom Tabellenende...


25.11.07 - rc

Zugzwang gewinnt 6-2 gegen Sonthofen

Wir hatten das erste Heimspiel dieser Saison. Da jedoch Erika Stegmaier vor mir den Nebenraum im "Land Unter" für eine Nachholpartie der Damen-Regionalliga reserviert hatte, mussten wir ausweichen. Wir spielten gemeinsam mit Siemens, die hierfür extra einen größeren Raum anmieteten.

Gegen Sonthofen hatte es im letzten Jahr eine bittere Niederlage gegeben und in der Runde zuvor hatten sie Siemens bezwungen. Wir waren vorgewarnt - aber durchaus zuversichtlich. Und tatsächlich sah es schon bald recht gut für uns aus. Thomas hatte mit Schwarz die Eröffnungsprobleme gelöst und erhielt ein Remisangebot seines Gegners. Da wir zu der Zeit an diversen Brettern schon recht aussichtsreich standen, nahm Thomas dieses recht frühe Angebot an. Kurz darauf vermeldete dann ach bereits Uli einen vollen Punkt für sich. Er hatte mit Schwarz einen Winawer-ähnlichen Aufbau der Französischen Verteidigung auf dem Brett. Immerhin ist er Mitautor des Standardwerks zu dieser Variante und rollte entspannt einer besseren Stellung entgegen. Sein Gegner verhedderte sich dann ziemlich und musste bald schon nach einem Figurenverlust die Waffen strecken. An Brett zwei hatte Romans Gegner eine Figur hergegeben. Für den Außenstehenden sah es aus wie ein Patzer, doch nach der Partie beteuerte der Sonthofener, dass das ein Opfer war und er sich zu dieser Zeit noch wohl gefühlt hatte. Dieses Wohlfühlschach führte jedoch bald zu einer klar gewonnenen Stellung für Roman und ein weitere Punkt war der unsere. 2,5-0,5. An Brett Drei hatte Daniel als Schwarzer eine gute Stellung gegen einen Trompowsky-Angriff erreicht. Er opferte einen Bauern, fand dann aber nach einem schlechten Zug seines Gegners nicht die korrekte Fortsetzung. Nun war es an seinem Gegner mit einem eigentlich einfachen Zwischenzug einen weiteren Bauern zu gewinnen, nebst eigener Bauernwalze und offensichtlich gewonnener Stellung. Stattdessen steuerte er einen Damentausch an und gab gleich darauf die Qualität her. Das Endspiel war dann einfach gewonnen für Daniel. So war es von Alexander eine vernüfntige Entscheidung gewesen, zwischenzeitlich Remis anzunehmen. In der Eröffnungsphase war er nocht nicht ganz wach und damit nicht ganz auf der Höhe des Geschehns ewesen. In einem Igelaufbau übersah er einen thematischen Springerzug nach d5 von Weiß. Der Springer kann dort wegen des Gegenübers von Dame und Turm auf der c-Linie nicht durch den e-Bauern geschlagen werden. Sizilianisch-Spieler sollten dieses Motiv ebenfalls kennen. Dieser Springer schlug dann den Läufer auf e7 und damit hat Schwarz nachhaltig Probleme mit seinem d6-Bauern. Doch sein Gegner fand nicht die rechten Mittel, diese Stellung auszunutzen und Alexander ist nicht umsonst als hartnäckiger Verteidigungsspezialist bekannt. So konnte er nach einiger Zeit tatsächlich die Stellung ausgleichen. Gegen Ende der Partie kam es dann zu folgender leicht kurioser Entwicklung: zunächst bot Alexander Remis, welches sein Gegner ausschlug. Im nächsten Zug bot dann der Sonthofener Remis an, welches diesmal Alexander ablehnte - um gleich im nächsten Zug nun seinerseits Remis anzubieten. Sein Gegner nahm ihm ab, dass dies keine Verablerung war und willigte in die Punkteteilung ein. Somit stand es 4-1 für uns. Kurz darauf entschied dann Felix den Kampf zu unseren Gunsten. Er war mit Weiß bereits vorteilhaft gegen Sweschnikow aus der Eröffnung gekommen, als er sehenswert eine Qualität für zwei verbundene Freibauern opferte. Er brachte darauf hin die Partie gekonnt nach Hause. Ich hatte nach der Eröffnung ausnahmsweise mal sehr gut gestanden. Doch dann hatte ich überhastet agiert und mein Vorteil war nur noch gering. Hier verlor ich dann die Übersicht und hatte mit einmal gar keine gute Stellung mehr. Nach einem falschen Plan, büsste ich einen Bauern ein. Allerdings hatte ich die Stellung so eingeschätzt, dass ich diesen bald zurückgewinnen kann mit nahezu ausgeglichener Stellung bei leicht aktiveren Figuren von mir. Innerlich hatte ich mich schon auf ein Remis eingestellt. Mein Gegner jedoch, von der zähen Verteidung nach eigenem Bekunden ausgezehrt, fand nun nicht mehr die richtige Einstellung zur Partie und versuchte den Bauern zu halten. Dies resultierte bald in einem Verlust von gleich zwei Bauern. Trotz meiner dürftigen Endspieltechnik brachte ich die beiden verbundenen Freibauern dann noch gewinnbringend nach vorne. So war es dann nicht mehr so schmerzlich, dass Mauro kurz darauf die Waffen strecken musste. Noch vor der Zeitkontrolle hatten wir den klaren 6-2 Sieg hergestellt. (Partien folgen noch.)


04.11.07 - rc

Zugzwang spielt 4-4 gegen München Südost

In der zweiten Runde ging es gegen den starken Aufsteiger aus München. Allerdings spielte nur einer der drei gemeldeten Großmeister, zudem fehlte das Jugendtalent Alexander Raykhman. Insgesamt war Südost damit auf dem Papier gar nicht mal die bessere Mannschaft.

Am Sonntag Morgen hatte ich um Acht Uhr einen Schreckensanruf erhalten: Uli war krank und meldete sich ab. Bereits am Freitag hatte er sich nicht wohl gefühlt und sein Zustand hatte sich verschlechtert. Nach kurzem Zögern (und leicht panischer Schilderung meinerseits, dass es schwer sein würde, so kurzfristig Ersatz auftreiben zu können) entschloss er sich dann doch aufzulaufen, auch auf die Gefahr hin während der Partie schlapp zu machen. Tatsächlich war seine Partie mit am schnellsten beendet. Allerdings hatte er durchgehalten, gegen seinen jungen Gegner, Julian Jorczik, eine ziemlich ausgeglichene Stellung erreicht und konnte damit ein Remis erzielen. Felix dagegen hatte - trotz bester Gesundheit - einen schlechten Tag erwischt. Aus der Eröffnung heraus stand er eher dürftig - wenngleich noch nicht unbedingt ernsthaft gefährdet. Doch dann spielte er fahrig und stellte zwei Bauern ein. Als er auf Zeit verlor, stand er bereits klar auf Verlust. Mauro musste sich eines stürmischen Angriffs erwehren, für den sein Gegner zwei Bauern geopfert hatte. Doch Mauro verteidigte sich sehr umsichtig. An einer Stelle hätte er sogar eine Abwicklung gehabt, die ihn einfach mit zwei Mehrbaurern belassen hätte. So konnte er der Zugwiederholung nicht ausweichen. Alexander klagte ebenfalls darüber physisch nicht ganz fit zu sein, was ihn aber offenbar nicht sonderlich einschränkte. Sein Gegner fand eine ziemlich unkoordinierte Aufstellung seiner Figuren. Daraufhin hätte Alexander mit einem Turmopfer mit entscheidendem Königsangriff gewinnen können. Er hatte dieses Opfer am Brett gesehen und auch angefangen zu berechnen. Doch die Zeit wurde knapp und er war sich nicht hundertprozentig sicher. Da er davon überzeugt war, ohnehin überlegen zu stehen, verzichtete er lieber auf diese Variante. Shredder war der Meinung, dass Alexanders Gegner sich hätte einigermaßen halten können. Da Schachfreund Benedde zwar kein schlechter Schachspieler, mit Shredder aber weder verwandt noch verschwägert ist, fand er nicht die korrekte Verteidigung und so konnte Alexander - völlig untypisch für ihn - mit einem Königsangriff die Partie entscheiden. Damit war der Kampf ausgeglichen. Thomas hatte - wie schon fast gewohnt - die Eröffnung zu seinen Gunsten gestalten können. Doch dann spielte er etwas überhastet und der Vorteil schwand dahin. Eigentlich war die Stellung ausgeglichen, doch nun setzte sich sein Gegner in den Kopf mit einem unmotivierten Bauernopfer im Trüben zu fischen. Doch Thomas behielt den Durchblick - und den Mehrbauern, den er im Turmendspiel zum Sieg führte. An Brett Zwei hatte Roman es mit dem sympathischen Großmeister Kostic zu tun. Die Eröffnung verlief einigermaßen ereignislos. Bald wurde das Material stark reduziert, man ging ins Turmendspiel über. Hier hatte der Großemeister die etwas aktivere Stellung und zeigte sich zuversichtlich, die Partie für sich entscheiden zu können. Roman sah das anders und konnte die Stellung ausgeglichen halten. Am Ende war eine Stellung auf dem Brett, in der Roman sogar auf Gewinn hätte spielen können. Da noch zwei Partien liefen und Daniel zuveresichtlich war, trotz Minus-Bauern Remis halten zu können, entschloss sich Roman kein Risiko einzugehen und ein Remisangebot anzunehmen. Daniel war gut aus der Eröffnung gekommen und stand dominierend, während die gegnerischen Figuren schlecht positioniert waren. Doch Daniel wählte an einer Stelle eine ungeschickte Fortsetzung, wonach sich sein Gegner aller Probleme entledigen konnte, und sogar besser stand. Zwischenzeitlich zeigt der Computer sogar eine mögliche Gewinnvariante für ihn an - die er glücklicherweise nicht sah. Im Turmendspiel verteidgte Daniel sich dann geschickt und konnte ein Remis erreichen. So stand es 4-3 für uns. Mein junger Gegner hatte eine ungewöhnliche Variante des Sizilianers gewählt. Eine Befragung der Schachdatenbank zeigte abends, dass die Variante zwar selten gespielt wird, aber durchaus in Ordnung ist. Ich fand keine guten Aufbau und meine Figuren standen bald sehr schlecht. Nach einem Tempoverlust hatte ich eine äußerst bedenkliche Stellung. Zunchst versäumte es mein Gegner, mich weiter einzuschnüren - ich witterte Morgenluft. Dann wählte er eine äußerst zweifelhafte Idee, nach der ich mit einmal sogar besser stand. Doch dann hatte ich ein Blackout - und zog unmotiviert einen Bauern so, dass er einfach geschlagen werden konnte. Danach hätte ich immer noch das Remis erzwingen können, doch ich war noch zu geschockt von meinem Patzer. Es ergab sich ein schweres Endspiel. Dieses hätte ich wohl halten können, doch es war einfach nicht mein Tag - ich wählte eine offensichtlich falschen Plan und mein Gegner konnte die Partie danach gekonnt und elegant gewinnen.

Wir hatten etwas Glück und etwas Pech, letztlich geht das 4-4 in Ordnung. Die kommentierten Partien findet man hier

 


21.10.07 - rc

Zugzwang gewinnt zum Auftakt 4,5-3,5 gegen Siemens

Der Start in die neue Saison sieht deutlich freundlicher aus als im Vorjahr. Zum Auftakt gelang uns ein 4,5-3,5 beim Landesliga-Absteiger Siemens.

Wir waren in Bestbesetzung angetreten. An Brett 7 konnte Thomas Beckers seine gute Form aus dem OIS bestätigen. In einer eigenartigen Abwicklung frassen sich auf beiden Seiten in der Eröffnung zwei Bauern bis zur Grundreihe durch und es spielten nun vier Damen auf dem Feld. So was sieht man nicht alle Tage! Da Thomas seinen Gegner an der Rochade hindern konnte und der König somit im Zentrum festhing, hatte er die klar überlegene Stellung und setzte diese dann mit einer sehenswerten Abschlusskombination um. Recht früh schon stand es 1:0 für uns. Meine Partie war recht bald aus der Eröffnung in ein Turmendspiel übergegangen. Mein Gegner opferte einen Bauern für eine dominante Stellung. Ich versäumte einen aktiven Zug zu machen um meinen eigenen Turm zu aktivieren. Danach war meine Stellung aussichtslos und ich wurde zusammengeschoben. Am ersten Brett sah es für uns zudem extrem kritisch aus. Uli hatte die Öffnung nicht gut behandelt und - wie das in solchen Fällen dann oft dazu kommt - äußerst viel Zeit investiert. Er musste fast 20 Züge in einer Minute absolvieren!! Zudem war seine Stellung nicht gerade berauschend. Doch Uli ist bekanntermaßen ein hervorragender Blitzspieler und schaffte nicht nur die Zeitkontrolle, sondern konnte die Stellung sogar im dynamischen Gleichgewicht halten. Kurz nach der Zeitkontrolle wurde die Partie dann Remis gegeben. Daniel spielte gegen einen alten Bekannten - Rudi Rüther. Wie gewöhnlich wartete Daniel mit ungewöhnlichen Ideen auf. Nach ungenauem Spiel seines Gegners resulierte daraus dann eine Stellung, in der Daniel das Brett beherrschte und schließlich die Stellung knackte. So stand es, nachdem ich meine fruchtlosen Kampfhandlungen einstellte, 2,5:1,5 für uns. Mauro hatte eine ungewohnt ruhige Partie auf dem Brett, die dann auch Remis endete. Alexander hatte eine sehr verhaltene Eröffnung gewählt, und hatte an einer Stelle etwas Glück, dass sein Gegner nicht in Vorteil kam. Danach hielt er die Stellung nach einigen Schwierigkeiten zusammen. Am Ende stand er sogar recht aussichtsreich. Dies war ihm am Brett jedoch nicht so klar gewesen und bot daher Remis an, welches sein Gegner akzeptierte. So stand es 3,5-2,5 - und in den beiden noch laufenden Partien sah es wirklich gut für uns aus. Roman Krulich feierte an diesem Sonntag seinen Einstand für Zugzwang am zweiten Brett. Zunächst sah es auch recht gut für ihn aus. Nach einer eigentümlichen Eröffnung erhielt er im Mittelspiel die Dame für Turm und Läufer. Doch sein Gegner spielte wesentlich konsquenter als er in der Schlussphase, so dass er die Partie dann noch verlor. Somit konnte Siemens ausgleichen. Doch zu diesem Zeitpunkt war schon recht klar, dass Felix am 8. Brett seine Partie gewinnen würde. Nachdem er die Eröffnung schlecht gespielt hatte und mit einem Bauern weniger da stand - es hätten eigentlich sogar zwei sein müssen... - konnte er die Partie noch mal umdrehen und hatte sogar die Chuzpe mit einem Bauern weniger einer Zugwiederholung auszuweichen. Doch zu diesem Zeitpunkt beherschte sein Läuferpaar bereits klar das Brett und er konnte später dann die Qualität gewinnen. Das entstandene Endspiel war dann klar gewonnen und wurde von ihm denn auch elegant nach Hause gebracht. Dies war kein Sonntag Nachmittag für schwache Nerven!

Das war natürlich ein Auftakt nach Mass. In der vergangenen Saison haben wir derartig enge Matches verloren. So kann man durchaus optimistisch sein, dass wir diesmal nicht die ganze Saison hinweg im Wesentlichen als Punktelieferant dienen.

Hier noch einmal die Partien der 1.Runde

   
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