Der gestrige Kampf der ersten Mannschaft gegen Rottal hatte etliche Höhen und Tiefen, wobei aus Sicht des Mannschaftsführers die positiven Momente rar gesät waren. Ausgenommen natürlich das Schlussergebnis von 5:3 mit dem wir mehr als zufrieden sein konnten! Eigentlich mag ich gar nicht von diesem Kampf berichten, aber sei es drum. Bereits nach 1 Sunde Spielzeit hatte der Käptn die größten Bedenken über die Aussichten an Brett 1, 3 und 4, da auf Seiten von Zugzwang Gerald, Erasmus und Falk alles andere als aussichtsreich aus der Eröffnung gekommen waren. Nur Markus an Brett 2 hatte einen soliden kleinen Vorteil, der ihm dann aber nach und nach entglitt. An Brett 1 überlegte ich nach völlig misslungener Eröffnung so um den 20. Zug herum, ob ich aufgeben sollte, spielte aber noch bis zum 40. Weiter, um mich dann ins Unvermeidliche zu fügen. Besser lief es bei Falk, der ein Endspiel mit Minusbauern zum Remis abwickeln konnte (nachdem er diesmal mit Trompowsky nicht brillierte). Am allerbesten sah es aber bei Erasmus aus, nachdem die österreichische Schachlegende Ager einen verhängnisvollen Fehler machte, und seinen schönen weißen Mehrbauern einstellte. Nachdem Erasmus diese Chance gewittert hatte, ließ er sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen, und gewann relativ sicher.

Der Kampf vom vergangenen Sonntag gegen Kriegshaber (einem Stadtteil von Augsburg) führte bei den teilnehmenden Zugzwänglern zu vermehrtem Erkenntnisgewinn. Erstens ist es nicht allerorten üblich, dass der gegnerischen Mannschaft  die richtige Adresse des Spiellokals angegeben wird, in der Hausnummer kann man sich durchaus um eine Ziffer irren, und die Gegner ein wenig umherirren lassen. Zweitens muss man ja den Aufbau der Bretter im Spielsaal nicht unbedingt gut vorbereiten, sondern kann damit auch noch 5 Minuten vor Spielbeginn beginnen. Drittens ist es durchaus im grünen Bereich, wenn man erst um 10 Uhr, also punktgenau zum Spielbeginn seine Mannschaftsmeldung abgibt, das aber auch erst nach Aufforderung durch den anwesenden Schiedsrichter. Viertens wirkt es sicher einladend auf die Gäste, das Spiellokal nicht vorzuheizen, sodass diese in Mantel und Jacke am Brett sitzen müssen, während die guten Gastgeber in dieser Beziehung anscheinend etwas abgehärteter sind. Fünftens ist es nicht nötig, die gespielten Partien innerhalb von 3 Tagen nach dem Kampf einzugeben, denn das würde nur unnötig Informationen für die Konkurrenz bereitstellen...

Es war letzten Sonntag ein ziemlich heißer Kampf gegen Passau, den wir am Ende knapp mit 4,5 zu 3,5 Punkten gewannen. Stefan spielte gegen Testor eine schöne Partie im Tarrasch-Franzosen, die er am Ende sicher nach Hause schob. Am schnellsten gewann aber Martin Motl, der seinen Gegner schon in der Eröffnung überspielte. Diese beiden Weißsiege waren schon mal sehr wichtig für uns. Großes Lob geht an Daniel, der eine taktisch und strategisch einwandfreie Leistung ablieferte, und den Weißen mit präzisem Spiel zur Aufgabe zwang – das war seine bisher beste Partie in dieser Saison! Mit  diesen drei Punkten war es eigentlich erstaunlich, dass der Kampf am Ende noch so knapp wurde. Falk und der Großmeister Gerry steuerten noch je einen halben Punkt dazu, wobei ich zum dritten Mal Mal in dieser Saison mit meiner schachlichen Leistung höchst unzufrieden war! Die mit Abstand spannendste Partie lieferte unser Taktiker Markus Lammers, und zwar wie folgt:

Liebe Schachfreunde,

der Kampf in Bad Königshofen war reich an Höhepunkten. Ich kann leider nicht auf alle Einzelheiten eingehen, denn sonst würde ich noch morgen früh am PC sitzen. Also hier ein kurzer Abriss dieses wichtigen Matches. Leider mussten wir ersatzgeschwächt antreten, nachdem Markus verhindert war und Großmeister Stefan nach der anstrengenden Europameisterschaft in Griechenland ein häusliches Wochenende einlegte. Da bei Bad Königshofen viele starke Tschechen aufgestellt sind, war uns klar, dass es ein harter Kampf werden würde.

Am heutigen letzten Wiesn-Sonntag tritt die erste Mannschaft auswärts gegen die nominell etwas schwächer eingestufte Mannschaft von Gröbenzell an. Zu Beginn ist uns klar: Da kurzfristig zwei Top-Scorer von Zugzwang absagen müssen und die Gröbenzeller eine seit Jahren eingeschworene Gemeinschaft ist, wird es nicht leicht sein, beide Punkte mit nach Hause zu nehmen.

Der Anfang verläuft sehr vielversprechend.