Es war letzten Sonntag ein ziemlich heißer Kampf gegen Passau, den wir am Ende knapp mit 4,5 zu 3,5 Punkten gewannen. Stefan spielte gegen Testor eine schöne Partie im Tarrasch-Franzosen, die er am Ende sicher nach Hause schob. Am schnellsten gewann aber Martin Motl, der seinen Gegner schon in der Eröffnung überspielte. Diese beiden Weißsiege waren schon mal sehr wichtig für uns. Großes Lob geht an Daniel, der eine taktisch und strategisch einwandfreie Leistung ablieferte, und den Weißen mit präzisem Spiel zur Aufgabe zwang – das war seine bisher beste Partie in dieser Saison! Mit  diesen drei Punkten war es eigentlich erstaunlich, dass der Kampf am Ende noch so knapp wurde. Falk und der Großmeister Gerry steuerten noch je einen halben Punkt dazu, wobei ich zum dritten Mal Mal in dieser Saison mit meiner schachlichen Leistung höchst unzufrieden war! Die mit Abstand spannendste Partie lieferte unser Taktiker Markus Lammers, und zwar wie folgt:

Liebe Schachfreunde,

der Kampf in Bad Königshofen war reich an Höhepunkten. Ich kann leider nicht auf alle Einzelheiten eingehen, denn sonst würde ich noch morgen früh am PC sitzen. Also hier ein kurzer Abriss dieses wichtigen Matches. Leider mussten wir ersatzgeschwächt antreten, nachdem Markus verhindert war und Großmeister Stefan nach der anstrengenden Europameisterschaft in Griechenland ein häusliches Wochenende einlegte. Da bei Bad Königshofen viele starke Tschechen aufgestellt sind, war uns klar, dass es ein harter Kampf werden würde.

Am heutigen letzten Wiesn-Sonntag tritt die erste Mannschaft auswärts gegen die nominell etwas schwächer eingestufte Mannschaft von Gröbenzell an. Zu Beginn ist uns klar: Da kurzfristig zwei Top-Scorer von Zugzwang absagen müssen und die Gröbenzeller eine seit Jahren eingeschworene Gemeinschaft ist, wird es nicht leicht sein, beide Punkte mit nach Hause zu nehmen.

Der Anfang verläuft sehr vielversprechend.

"Der MSC Zugzwang nahm in der vergangenen Saison mit 2 Mannschaften an der Münchner Mannschaftsmeisterschaft teil, wobei die 2. Mannschaft mit 14:0 Punkten den Aufstieg in die C-Klasse schaffte und die 1. Mannschaft einen guten 6. Platz in der D-Klasse belegte" - so steht es im Protokoll über die Jahreshauptversammlung am 16.09.1983.

Aus anderen Quellen erfährt man, daß Zugzwang in der ersten Saison in seiner Geschichte mit 2 Mannschaften antrat und taktisch die besseren Spieler in der 2.Mannschaft aufstellte, die ohne Punktverlust durchmarschierte.

Aus der Mannschaftsnominierung 7.2.1983 erfährt man folgende Daten

MSC Zugzwang 82 II

Mannschaftsführer: Woldt, Arno

Spiellokal: Gaststätte Fuggerhaus, Fuggerstr. 2 8000 70

Mannschaftsaufstellung

1 Liebl, Frank

2 Woldt, Arno

3 Gstalter, Herbert

4 Schuster, Herbert

5 Palecek, Hubert

6 Schulz, Reinhard

7 Haidl, Norbert

8 Plenagl, Gerhard

Zugzwang 1 Aufsteiger in die B-Klasse

Nach einer Mannschaftssaison mit Höhen und Tiefen erreichte unsere erste Mannschaft doch das gesteckte Ziel: Gruppensieg und damit Aufstieg. Nach der "Papierform" (Ingodurchschnitt) waren wir klarer Favorit und eigentlich für die C-Klasse übermotorisiert. Entsprechend konnten wir auch die schwächeren Mannschaften deklassieren ( gegen die Blinden 7,7; gegen Moosach 7, gegen Garching 6,5; alles ohne Partieverlust). Die Wettkämpfe gegen die übrigen Teams waren jedoch alle Zitterkämpfe. Dem noch relativ sicheren 5:3 Erflolg gegen die Stadtwerke folgte ein hauchdünner 4,5:3,5-Sieg gegen Laim 2 , den wir hauptsächlich den gewonnenen Zeitnotduellen von Tilo und Norbert zu verdanken hatten. Dann kam Freitag, der 13. und brachte die erste Niederlage in unserer Vereinsgeschichte. Wenn das keinen Stil hat! Wir mußten nach Deisenhofen fahren und das Unglück begann damit, daß Hubert der Weg dorthin zu beschwerlich war. Da er auch nicht absagte, standen wir ohne Ersatzspieler da: also 1:0 für Deisenhofen. Ausgerechnet an diesem Abend war Tilo indisponiert, opferte in einem Sizilianer einfach drauf los und gab bald auf. 2:0 für Deisenhofen. Von Resignation war bei uns aber nichts zu spüren und so spielten wir munter und konzentriert weiter. Etwa nach gut drei Stunden Spieldauer - kurz vor Abfahrt der letzten S-Bahn Richtung München - bot mein Gegner mir in einem festgefahrenen Franzosen remis an. Ich guckte mir daraufhin alle Stellungen an und war sehr zufrieden - alle Zugzwangler standen zu diesem Zeitpunkt ziemllich klar auf Gewinn. Befriedigt und nach kurzer Rücksprache mit dem Mannschaftsführer nahm ich das Remisangebot an und fuhr mit der S-Bahn in unser Vereinslokal zurück. Also 2,5 Minuspunkte, wenn es schlecht liefe, käme vielleicht noch einer dazu. Meiner Abwesenheit verdanke ich offenbar, bisher noch nicht vor Entsetzen ergraut zu sein. Als gegen ein Uhr nachts Armin und Arno in der Daiserstraße auftauchten, begrüßte ich sie fröhlich und siegesgewiß. Bis ich es glaubte, mußte man mir es dreimal erzählen, was vorgefallen war: Zwar hatten Armin, Arno und Jürgen ihre Partien erwartungsgemäß gewonnen, aber Willi und Norbert hatten ihre Gewinnstellung zum Verlust verpatzt: also 3,5:4,5! Zu diesem traumatischen Abend erscheint in dieser Ausgabe noch ein Extrabericht von Norbert. Durch diesen völlig unnötigen Doppelpunktverlust wurde der nächste Kampf gegen Milbertshofen bereits zu einem Schicksalspiel. Mit geschwächter Mannschaft - der Vorstand hatte Hubert inzwischen einstimmig für die restliche Saison vereinsintern gesperrt - gelang uns bei Abbruch ein 2,5:2,5- Zwischenstand mit drei gut stehenden Hängepartien: Armin hatte nach einem völlig versaubeutelten Franzosen dann doch noch ein gewonnenes Endspiel erhalten, Albert alias Joe (unser bester Ersatzspieler) hatte nach anfänglich guter Angriffsstelloung viel Glück ( sein Gegner griff vor der Zeitkontrolle mehrfach kräftig daneben und vergaß obendrein , Joe's Zeitüberschreitung zu reklamieren!!), und Norberts Stellung war nicht mehr zu verlieren. Telefonisch wurde dann einige Tage später Armins Partie gewonnen, die beiden anderen remis vereinbart. Also 4,5:3,5 für uns. Uff! So blieb uns nur die Pflichtaufgabe gegen Garching übrig, die wir ziemlich souverän lösten.

Ein Resumeé zu ziehen, ohne die Spieler im einzelnen zu würdigen, wäre verkürzt. Unsere Leistungsträger sind schnell aufgezählt: Armin, Arno und Tilo. Das waren praktisch immer schon drei Punkte. Einen Punkt konnte man vom "Rest" immer locker erwarten plus einen halben von Gstalter. Macht 4,5!

Es liegt nahe, einen Vergleich zur Mannschaft des letzten Jahres zu ziehen. Aus der alten Mannschaft waren nur noch Woldt, Palecek, Gstalter und Haidl dabei. Der Abgang von Liebl wurde durch Armin Böhm kompensiert; ansonsten fehlten uns noch Hebert Schuster (zu München 36) und weiterhin Schulz (in China) sowie Plenagl (diesmal in der zweiten Mannschaft). Dafür hatten wir mit Tilo Dallmair, Willi Langer und Jürgen Dreier neue Spieler dabei. Tilo war kampf- und spielstark und sollte m.E. im nächsten Jahr noch weiter vorne spielen; von Jürgen sahen wir recht unterschiedliche Leistungen, während Willi wohl zu weit vorne platziert war. Um in der B-Klasse mitspielen zu können, werden wir uns sicher auf einigen Positionen verstärken müssen.

Einzelergebnisse:

Böhm         1   1   1   -   1   1  1/2    5.5(6)  92%

Woldt       1/2  1   1   1   1   1   1     6.5(7)  93%

Palecek      1   1   1   0   -   -   -     3  (4)  75%

Langer       1   0   1   0   0   0   1     3  (7)  43%

Dallmair     1   1   1   1   0   1   1     6  (7)  86%

Gstalter     -   -   1  1/2 1/2 1/2 1/2    3  (5)  60%

Dreier      1/2  0   -   1   1   0   1     3.5(6)  58%

Haidl        1   0   1   1   0  1/2 1/2    4  (7)  57%


Baumg.       -   1   -   0   -  1/2  1     2.5(4)  63%

Plenagl      -   -  1/2  -   -   -   -     0.5(1)  50%

(veröffentlicht in der Vereinszeitung 5/1984 Red. Plenagl/Gstalter

   
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