BSB-Logo

This is the end
My only friend, the end

[ud] Es ist vollbracht! Bevor ich zum Resümee komme, möchte ich kurz auf den letzten Spieltag in Mering eingehen.

The killer awoke before dawn, he put his boots on
He took a face from the ancient gallery
[…]
It hurts to set you free
But you'll never follow me
The end of laughter and soft lies
The end of nights we tried to die

This is the end

Jim Morrison*

[ud] Es ist vollbracht! Bevor ich zum Resümee komme, möchte ich kurz auf den letzten Spieltag in Mering eingehen.

Was passiert? Na ja, zu erst einmal schaffen nur vier Stammspieler den Weg nach Schwaben. Immerhin haben wir acht Spieler, die antreten, was bis Samstagnachmittag nicht klar ist. Dies ist die Gefahr, wenn es um nichts mehr geht für die eine, aber um ganz viel für andere, abstiegsbedrohte Mannschaften.

Martin an Brett eins muss sich mit einem klassischen Holländer auseinandersetzen, was ihm viel zu viel Zeit kostet. Warum? Weil sein Gegner bis dato keinen gespielt hat und Martin nicht nur aus seiner Vorbereitung geflogen ist, sondern auch mit dem Stellungstyp nichts anzufangen weiß. Bald wird klar, das wird heute nichts.

Am zweiten Brett erscheint ein weiterer Holländer, allerdings russischer Abstammung – ein Leningrader. Aber keine Hauptvariante, sondern ein giftiges Nebensystem mit Sh3. Schwarz ist allerdings gut gerüstet, denn die Vorbereitung greift. Nachdem im Mittelspiel sämtliche taktischen Untiefen umschifft sind, kehrt die Partie in den friedlichen Remishafen heim.

Am nächsten Brett muss sich Bernhard mit einem Igel auseinandersetzen. Optisch sieht das für mich sehr überzeugend aus, aber wie der Igel so mal ist, geht es nicht so einfach. Als die Zeitkontrolle naht, wird es immer unübersichtlicher. Am Ende endet die Partie auch hier friedlich.

Brett vier durch Robert vertreten kann kinderleicht den harmlosen Aufbau des Weißen gegen seinen Königsinder neutralisieren und schnell gutes Spiel erlangen. Aber für mehr reicht es leider nicht. Auch hier Remis.

Am fünften kommt der erste Ersatzmann mit Thomas zum Einsatz. Das Thema ist schnell vorgegeben. Weiß hat einen Isolani auf d4 und damit Angriffschancen, während Schwarz eigentlich gegen diese Überlegungen etwas unternehmen muss. Zumindest sollte der Isolani blockiert werden. Stattdessen spielt er gierig und verschafft Thomas den nötigen Schwung für seinen Angriff. Das Ende ist sehr überzeugend vorgetragen und ein Matt in drei annonciert.

Bei seinem zweiten Einsatz will es Maximilian am sechsten Brett besser machen und agiert entsprechend vorsichtig. Sein Gegner nimmt ihn nicht sehr ernst und klatscht irgendwann eine Figur auf d6 hinein. Maximilian hat dies jedoch vorhergesehen und kann das Opfer ignorieren, indem er einen Zentralbauern schlägt. Am Ende entsteht ein gleichfarbiges Läuferendspiel, welches im Mannschaftssinne Unentschieden gegeben wird. Hinterher sind sich einige Herren nicht einig, wer in diesem Endspiel besser steht.

Am siebenten Brett kommt es zum üblichen Showdown. Martin bekommt wieder einmal eine Standard-Traumstellung, bei der völlig klar ist, wo er angreifen will, wohin seine Figuren gehören, aber sein Gegner nicht weiß, wie er das alles verhindern soll. Das Ende ist dann auch schnell da und eher prosaisch, aber das spektakuläre Damenopfer hat nicht nur Martin, sondern auch sein Kontrahent gesehen und unterbunden.

Stefan am achten Brett kommt sehr bequem aus der Eröffnung, einem Grünfeldinder. Von diesem Luxus zu sehr geblendet, vergisst er etwas die Vorsicht und auch das Momentum und gerät später in eine unangenehme Fesselung, die binnen kürzester Zeit tödliche Folgen zeitigt. Schade!

Am Ende sind wir genauso froh über das 4:4 wie unsere Gegner. Wie wir zusammenfassend festgestellt haben, waren die Bretter und Figurensätze das schönste am heutigen Tag und auch der Nebenraum mit belegten Semmeln, Kaffee und anderen Getränken seien positiv erwähnt.

Lassen wir jetzt also die Saison noch einmal Revue passieren. Fangen wir mit den nackten Zahlen an, die manchmal viel aussagen und öfters gar nichts.

Wie oft hat jeder gespielt und wie oft wollte jeder spielen?

Die Einsatzstatistik gibt hierüber Aufschluss:

Daniel 6 — wollte/sollte mehr spielen
Roman 6 — wollte nur fünfmal
Martin 7 — wollte auch nur fünfmal ran
Uli 9 — brav im Plan
Hugo 1 — wollte dreimal bis fünfmal
Bernhard 9 — auch planmäßig
Robert 7 — wollte alle spielen, musste beruflich öfters verreisen
Mauro 6 — im Rahmen mit einer Ausnahme
Felix 6 — wollte/sollte öfters spielen

Dadurch mussten wir unsere Ersatzspieler leider relativ häufig einsetzen: Lars dreimal (damit er sich nicht festspielt, wurde er nicht öfters eingesetzt), Thomas und Maximilian zweimal, Martin, der lieber Sonntag früh spielt sogar fünfmal, Julian und Stefan (dem unser außerordentlicher Dank gilt, weil er Samstagnachmittag kurzfristig eingesprungen ist) einmal.

Von den zwanzig gemeldeten Spielern gab es leider einige »Karteileichen«, die in der nächsten Saison vermieden werden sollten.

Und wie erfolgreich haben die Schächer gekämpft?

Hervorragendster Spieler war Martin L. mit einer Performance über 2300 und 4½ aus 5! Damit hat er seine DWZ auf über 2000 gehoben. Gratulation!

Von den Stammspielern haben am überzeugendsten Daniel und Roman gespielt. Sie haben beide an den Spitzenbrettern 4 Punkte aus 6 Spielen geholt, mit einer Performance nahe 2300. Ich würde mir wirklich wünschen, wenn diese beiden Kämpen öfters mitspielen würden! Dann hätten wir auch eine Chance vorne mitzuspielen.

Weit abgeschlagen folgt der Schreiberling, dem die Ehre der Goldenen Ananas zuteil wird, immerhin hat er mit 6½ Punkten numerischen Erfolg verzeichnen können. Das einzige, was mich dabei ärgert, ist, dass ich von den neun Partien sechsmal mit den schwarzen Steinen spielen musste. Weiterhin gut abgeschnitten haben Bernhard mit 5 Punkten von 9 Spielen und Robert mit 4½ aus 7 Spielen, der damit auf eine Zahl über 2100 kommt.

Wir haben wie letzte Saison den dritten Platz erreicht. Mit besseren 13:5 gegenüber 10:8 Mannschaftspunkten im Vorjahr. Allerdings sind wir diese Saison auch deutlich stärker angetreten.

 

Rang Mannschaft 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10   MPkt   BPkt
1. SC Garching 2 ** 4 5 6 4 5 6   16 - 2   46.5 - 25.5
2. SAbt TSV Haunstetten 1 ** 4 5 6   15 - 3   47.0 - 25.0
3. MSA Zugzwang 2 4 4 ** 6 5 6 4 6   13 - 5   42.0 - 30.0
4. SC Haar 1 3 ** 5 6   10 - 8   40.0 - 32.0
5. SK Krumbach 1 2 2 ** 4 5 5    9 - 9   33.0 - 39.0
6. FC Bayern München 3 3 3 ** 5 3 4    7 - 11   35.0 - 37.0
7. SC Türkheim/Bad Wörishofen 1 4 2 4 3 ** 4 5    7 - 11   30.5 - 41.5
8. SK Siemens München 1 3 3 3 5 4 ** 5    5 - 13   31.5 - 40.5
9. SK Mering 1 2 4 3 3 ** 5    5 - 13   30.0 - 42.0
10. TSV Solln SAbt 1 ½ 2 2 2 3 4 3 **    3 - 15   24.5 - 47.5

Was bedeutet das alles? Im Schnitt waren wir 50 Punkte schlechter aufgestellt als Garching II, in einzelnen Spielen bis über 100 Punkte. Und meist auch schlechter als Haunstetten. Die Konstanz der Einsätze fehlte bei den Stammspielern. Vielleicht ist auch die Spielerdecke zu klein. Im Vergleich zur Landesliga fehlen genau diese Punkte, weshalb selbst im Falle eines Aufstiegs der Klassenerhalt fraglich wäre.

Was hat mir am besten gefallen? Bei Daniel hat mir sein durchdachtes Spiel gefallen. Bei ihm merkt man, dass er weiß, was er tut. Bei Roman hat mir der Kampfgeist enorm gefallen. Außerdem sitzt sein Repertoire. Bei Martin M. freut mich, dass er so begeistert bei der Sache ist, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Bei Bernhard beeindruckt seine Bewandtnis in der aktuellen Theorie und wie bei Robert der Ehrgeiz, schachlich mehr aus sich zu machen.

Was hat mich genervt? Dass nach den Mannschaftskämpfen zu wenig zammgeht. Die Zeitnot von Felix. Und die späten endgültigen Mannschaftsaufstellungen.

Was wollen wir? Diese Frage müssen wir uns stellen und gemeinsam beantworten. Und zwar vor der Wechselfrist.

Was möchte ich? Ich würde gerne von jedem Spieler erfahren, wie sein persönliches Fazit der Saison aussieht. Am liebsten bei einer abschließenden Mannschaftssitzung. Oder wer will, kann mir auch schreiben.

Wie geht es weiter? Ich zitiere weiter: »Of our elaborate plans, the end / Of everything that stands, the end / No safety or surprise, the end / […]«. Schau ma moi.

* The End ist ein Lied von »The Doors«, geschrieben von Jim Morrison und zum ersten Mal 1967 veröffentlicht.

   
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen OK