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Hallo Schachfreunde und Fans der Dritten,

die zweite Runde der MMM spielten wir zuhause in unserem beliebten Bürgerheim. Auch wenn wir uns durch den Wegfall des großen Nebenzimmers das "Kleine" mit der Siebten teilen durften, ließen wir uns davon nicht irritieren: Ich würde die enge Sitzordnung im Nachhinein als Heimvorteil werden . Schließlich spielten wir gegen die nominell zweitstärkste Mannschaft der Liga, Weiß-Blau Allianz 1. Und wir schlugen wie gegen Garching 4 in der 1. Runde noch einmal ein Unentschieden heraus!


Die Partien waren wie gewohnt solide angesetzt, sodass selbst nach den ersten zwei Stunden jegliche Prognosen über den Verlauf des weiteren Abends verfrüht gewesen wären. Die erste Partie endete um 22 Uhr an Brett 7, leider zu unseren Ungunsten: Torsten mit den schwarzen Steinen hatte in der Eröffnung zwar einen sehr schönen Raumvorteil am Damenflügel erspielt, nach einigem Figurenabtausch im Zentrum entstand - wie in der ersten Runde - ein rückständiger Sorgenbauer auf e6, den Weiß schön attackieren konnte. Leider übersah Torsten zu allem Überfluss noch eine Springergabel und gab danach sofort auf. Schade, aber ich drücke die Daumen für die nächste Partie!

Den Ausgleich zum 1-1 erzielte 10 Minuten später Heiko an Brett 8. Er hatte in der Eröffnung mit seinen weißen Bauern eine schöne Speerspitze auf e5 implantiert, die den Gegner lange Zeit lähmte. Danach entwickelte Heiko Druck am Damenflügel. Nachdem sein Gegner alle Figuren dort zu Verteidigungszwecken hin beordert hatte, zog er plötzlich eine zweite Front am Königsflügel auf. Das sah gut aus! Leider verflüchtigte sich der Vorteil wieder, als nach und nach die Figuren vom Brett verschwanden. Das entstandene Dame+Läufer-Endspiel sah ziemlich remislich aus. Doch irgendwie schaffte Heiko es, mit seiner Dame in die gegnerische Hälfte einzudringen und Mattdrohungen gegen den König aufzustellen. Sein Gegner wollte sich das Ende nicht mehr zeigen lassen und warf vorzeitig das Handtuch. 1-1 Ausgleich.

Verlass war wieder einmal auf unsere Nr. 1, Deniz: Er hatte sich mit Schwarz sehr unkonventionell aufgebaut, mit Bauern auf b4 und h5 - und einem Lf8 und Th8, die 2 Stunden lang auf ihrem Platz ausharren mussten. Als sein Gegner lang rochierte und immer mehr in Zeitnot geriet, wurde er kurz und bündig an die Wand - sprich Grundreihe - gespielt. Das genaue Ende habe ich nicht mehr erlebt, aber es ist wirklich eindrucksvoll, Deniz beim Spielen zuzuschauen. 2-1.

Die nächste Partie wurde an Brett 2 entschieden: Hier war Tom dankenswerterweise als Ersatzspieler eingesprungen und hatte mit Weiß eine druckvolle Stellung aufgebaut. Auch wenn er sich bei einem taktischen Geplänkel einen Doppelbauern andrehen ließ, verließ die Partie nie die Remisbreite. Doch dann stellte Tom in der sich anbahnenden Zeitnot im 35. Zug leider einzügig seinen Turm ein - schade, aber trotzdem von dieser Stelle nochmal vielen Dank für die Aushilfe. Neuer Spielstand: 2-2.

Für die nächste Entscheidung sorgte Brett 5: Thomas hatte schon länger Druck gegen seine lange Rochadestellung verteidigen müssen, hielt sich aber wacker und stellte seinem Gegner immer wieder kleine Denkaufgaben. Wann sieht man z.B. ein doppeltes Turm-vis-a-vis mit Türmen auf d1-d8-f1-f8? Sein Gegner ließ sich leider nicht verunsichern und als ein Läufer-Spieß auf der Diagonale g1-a7 Materialverlust erzwang, musste Thomas sich leider geschlagen geben. 2-3. Geht noch was?

An Brett 6 spielte Christian und es sah düster aus: Seine anfangs gefällige weiße Stellung wurde durch ein gegnerisches Bauernopfer regelrecht zerbröselt. In der Folge kämpfte Christian auch noch gegen verdoppelte Türme auf der h-Linie - keine guten Voraussetzungen. In der Zeitnot gesellten sich dann beiderseitige Fehler dazu. Nach 31. Td4 stand folgende Stellung auf dem Brett:


Man mag es kaum glauben, aber nach 31. ... Td7 32. Tc4 Tgd8 33. Kg1 Td1+ 34. Kf2 Df5+ 35. Df4 Dxf4+ 36. gxf4 Kd7 37. Le3 Th8 38. Kg3 Th1 39. Sf6+ Ke7 40. Lc5+ Kf7 41. Sg4 Tg8 42. Kh3 Th8+ 43. Kg3 Tg8 44. Kh3 Th8+ 45. Kg3 Tg8 einigte man sich auf Remis. Neuer Spielstand: 2,5-3,5.

Jetzt waren noch die zwei Partien von Julian und Stefan am Laufen, und bei beiden sah es nicht schlecht für uns aus. Julian an Brett 4 hatte eine Eröffnung gewählt, die zu einem spannungsgeladenen Zentrum mit mehreren möglichen taktischen Fortsetzungen führte. Im weiteren Verlauf gab er einen Läufer für zwei Bauern und die aussichtsreichere Stellung. Am Ende stand folgendes auf dem Brett:



Wie man sieht, hat Julian leider nur noch den Königspendel von d5 auf c4 und zurück, sodass die beiden das Unentschieden vereinbarten. 3-4.

Und Stefan machte die Sache spannend: Er hatte als Schwarzer früh sich die halboffene e-Linie zu eigen gemacht und den Weißen in die Defensive gedrängt. In der Folge erhielt er das Läuferpaar und wickelte in ein Endspiel ab, in dem er 5 Bauern + Läufer gegen 2 Bauern + Springer stehen hatte. Um eine gegnerische Bauern-Umwandlung zu verhindern, gab er seinen Läufer und erhielt nach seinerseitigem Aufrücken der Bauern diese Stellung, die der Gegner mit seinem verbliebenen Springer nicht mehr halten konnte:



Nach dieser Stellung wurden ungefähr noch 5 Züge in Agonie ausgeführt, bis Stefans Gegner endgültig das Handtuch warf. Damit war der Endstand perfekt: 4-4 im Kampf Zugzwang 3 - Weiß-Blau Allianz 1. Wir sehen uns nächste Woche wieder!

   
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