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Hallo Schachfreunde und Fans der Dritten,

das Abo ist ausgelaufen - unter diesem Motto kann man unseren Ausflug zur 2. Mannschaft des Traditionsclubs MSC 1836 sehen. Leider startete die Begegnung unter einem schlechten Stern und endete auch unter einem solchen: Zunächst war Torsten nicht da, weil er sich im Wochentag geirrt hatte und darum übersehen hatte, für diesen Spieltag abzusagen. Naja, was soll man machen: wir starteten mit einer kampflosen Niederlage und mit 0-1.

Die nächsten zwei Stunden konnte man auf den restlichen 7 Brettern ruhiges Klötzchenschieben beobachten, ohne dass viel passierte. Einzig auf in der Partie von Lars an 1 stand das Brett in Flammen, aber dazu später mehr. Die erste gespielte Partie wurde an Brett 6 von Günther entschieden: Er hatte mit Schwarz eine spannungsgeladene Stellung mit jeweils isolierten d-Bauern aufs Brett gestellt, in der jedoch jederzeit alle Figuren gedeckt waren. Es entstand ein Endspiel mit beiderseits Springer, Läufer und 6 Bauern, das die Remisbreite zu keinem Zeitpunkt verließ. Folgerichtig: 0,5-1,5.

An Brett 3 fiel das nächste Resultat: Julian hatte sich mit den weißen Steinen "normal" entwickelt. Sein Gegner hatte etwas dagegen und schaltete früh auf Angriff mittels Bauernvorstoß auf f5 und f4, woraus sich langsam aber sicher ein Königsangriff entwickelte. Julian hatte eigentlich keine sichtbaren Fehler gemacht, aber die Stellung wurde peu à peu unbequemer zu spielen. Im 18. Zug konnte sein Gegner sogar schon ein Turmopfer anbieten, das natürlich vergiftet war. Doch auch alle anderen Züge konnten den Königsangriff nicht mehr neutralisieren:



Damit stand es schon 0,5-2,5 gegen uns.

Nur 5 Minuten später ging die nächste Partie zuende: Stefan an Brett 2 hatte mit Schwarz versucht, Durck gegen die weiße Königsstellung zu entwickeln. Zunächst ein Springer auf h5, später ein Turm auf h5 und sogar h3 - das sah eigentlich nicht schlecht aus. Sein Gegner hatte sich in dieser Zeit auf der e-Linie ein Schwerfiguren-Tripel hingestellt, das für Kompensation sorgte. Das Ende war leider ziemlich profan: Stefan übersah eine Springergabel auf f7, die mit Kh8 und Dh6 zum Damenverlust geführt hätte. Stefan gab sofort auf - Spielstand 0,5-3,5. Jetzt mussten dringend Siege her!

Und siehe da, Thomas an Brett 5 nahm es sich zu Herzen: Er hatte mit den weißen Steinen schon in der Eröffnung die gegnerische g-Linie aufgerissen und mittels Tg3, Dame und Springer versucht, einen Mattangriff zu inszenieren. Sein Gegner agierte umsichtig, verbrauchte dabei aber viel Zeit: Irgendwann stand die Uhr auf Restzeit 1:18 - 0:34 für Thomas. Das genaue Ende habe ich nicht miterlebt, aber ich vermute, dass Thomas´ Gegner in der Zeitnot den entscheidenden Fehlgriff machte. 1,5 - 3,5.

Kommen wir zu Brett 1: Hier hatte Lars eine scharfe Eröffnung mit frühem f4 gewählt, die der Gegner mittels Sg4 und Sxh2 genauso spielfreudig erwiderte. In der Folge versuchte Lars, sein Übergewicht im Zentrum zu nutzen, während sein unrochierter König unter potentiellem Dauerbeschuss stand. Hier der Stellung nach 23. Kd2 - das Brett war inzwischen von einer Traube an Kiebitzen umlagert:



Als das Matt auf dem Brett stand, brandete im Lokal spontaner Applaus auf. Mit diesem Sieg hatte der MSC 1836 den Mannschaftssieg klar gemacht: 1,5-4,5!

Jetzt konnten Martin und Christian nur noch Schadensbegrenzung betreiben: Martin hatte an Brett 8 lange Zeit die aktivere Stellung. Als sich diese öffnete, kam sein Gegner zu sehr starken Freibauern im Zentrum mit dem Nachteil eines unsicher stehenden Königs. Im Glauben, dass er das Matt durch Martins Schwerfiguren nicht mehr verhindern könne, gab Weiß in nachfolgender Stellung auf. Vielleicht hätte es sich noch gelohnt, mit 43. Dxf3 fortzusetzen? Martin freute sich dennoch zu recht über seinen ersten Sieg nach zwei Remisen in Folge. Spielstand: 2,5-4,5.



Nur noch um die goldene Ananas ging es an Brett 4 für Christian. Er hatte eine unspektakuläre Eröffnung hinter sich gebracht und im Mittelspiel mit den schwarzen Steinen einen kleinen Vorteil erarbeitet, der sich vor allem auf den verdoppelten Türmen auf der offenen a-Linie begründete. In der sich anbahnenden Zeitnot (11 zu spielende Züge in 6 Restminuten) wählte er in der folgenden Stellung den sicheren und nur zweitbesten Gewinnweg, weil das stärkere 29. ... De1+ 30. Kg2 Se3+! in Zeitnot schwierig durchzurechnen war:



Am Ende fuhren wir mit einer denkbar knappen 3,5-4,5-Niederlage nachhause. Hoffen wir für die nächste Woche am Mittwoch bei der 1. Mannschaft der Schach-Union, dass es dann besser für uns läuft. Wir sehen uns! 

   
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