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Liebe Schachfreunde, der Bundesliga-Krimi war heuer an Dramatik nicht zu überbieten. Nachdem wir in der Zentralrunde in Berlin alle drei Wettkämpfe gegen unsere Konkurrenz verloren hatten, machten wir uns wenig Hoffnung, noch in der Spitzenliga zu verbleiben. Allerdings hatten wir gehört, dass der Verein Wolfhagen (übrigens eine reine Ukrainermannschaft) zurückziehen würde, aber das reichte noch nicht, denn wir waren ja Vorletzter. |
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Dann passierte ein paar Tage nichts. Dann hörte ich dass ein Team, das ich hier nicht nennen will, den Rücktritt vom Rücktritt erklärt hatte, offensichtlich hatten die Verantwortlichen die benötigten Mittel für eine weitere Saison aufgetrieben.
Doch es gab noch das Gerücht, dass ein drittes Team in der Bundesliga Rückzugsambitionen hegte. Und die machten es besonders spannend. Meldefrist war am 1. Mai, und an diesem Tag kurz vor Mitternacht wurde die Spielleitung informiert, dass der Verein seine Mannschaft auflöst und aus der 1. Liga zurückzieht. Es geht um die Schachfreunde Deizisau, die 8 Jahre in der Bundesliga gespielt hatten, und manchmal sogar Dritter wurden. Dort spielt(e) auch unser WM-Kandidat Blübaum am ersten Brett.
Des einen Leid ist des anderen Freud, so lautet ein deutsches Sprichwort, und genau so verhält es sich hier. Spielleiter Jürgen Kohlstädt hat mir heute folgendes mitgeteilt:
"Die SF Deizisau haben Ihre 1.Mannschaft aus dem Spielbetrieb der 1. Schachbundesliga verbindlich zurück gezogen und verzichten auch auf eine Teilnahme am Spielbetrieb der 2.Bundesliga. Damit verbleibt MSA Zugzwang in der 1.Schachbundesliga und TSV Schönaich in der 2.Bundesliga."
Auch in der Bundesliga-Tabelle sind die Abstiege bereits rot markiert:

Sieger Viernheim hat die unglaubliche Leistung erbracht, alle Kämpfe zu gewinnen, und das gegen stärkste Konkurrenz! Eine wahrlich beeindruckende Leistung. Wir haben aber auch eine Rekordleistung erbracht, und zwar haben wir 7 Matches mit dem knappen Ergebnis 3,5 zu 4,5 verloren. Ein Rekord, auf den wir gern verzichtet hätten.
Zu unseren Einzelergebnissen wird auf folgenden Link verwiesen: https://ergebnisdienst.schachbund.de/bedm.php?liga=bl&nummer=14
Mit Abstand erfolgreichster Spieler war Pavel Eljanow, der eine Performance von fast 2800 erspielte! Der Käptn spielte an den hinteren Brettern überraschend stark, und das mit über 60, man kann schlecht erklären, wie das möglich war.
Die zweite Münchner Mannschaft, der FC Bayern, hat sich nicht nur gehalten, sondern weit vorne platziert, allerdings spielen dort kaum noch Deutsche, es ist im Grunde eine reine Legionärsmannschaft geworden.
Ich danke allen, die sich in der vergangenen Saison für die erste Mannschaft engagiert haben und dieses Ergebnis möglich machten: den Spielern, dem Vorstand, dem Kassier und natürlich unserem langjährigen Sponsor Roman Krulich, der uns weiterhin unterstützt. Und allen Fans, die online bei den Kämpfen mitgefiebert haben.
Gerne nehme ich diesen Erfolg zum Anlass, nach Absprache ein Simultan im Verein zu geben!
Wie immer an dieser Stelle danken wir unserem Sponsor Roman Krulich, der uns seit Jahren unterstützt, und ohne den wir nicht in der Bundesliga spielen könnten!



